Die Geschichte der KGE
Die KGE im Wandel der Zeit

Elschbächer Narren gründen die KGE
Fastnacht besteht für echte Karnevalisten nicht nur aus Maskieren und Kostümieren, sondern bedeutet Pflege von Brauchtum und Tradition und ist somit Teil unserer Kultur. Die Wurzeln der bei uns gefeierten Fastnacht, des Faschings oder des Karnevals sind kirchlichen Ursprungs. Früher wurde 40 Tage vor Ostern gefastet und in der letzten Nacht vor Beginn der Fastenzeit, der Fasten-Nacht, noch einmal richtig gefeiert. Weiter zurück liegende Traditionen sind beispielsweise in der „alemannischen Fasnet“ zu finden, bei der mit Trommeln und Schellen der Winter vertrieben und das Frühjahr begrüßt wird.
Lange vor Gründung der heutigen Karneval-Gesellschaft wurden in Egelsbach bereits Kappensitzungen abgehalten, Maskenbälle gefeiert und eher spontane Maskenumzüge organisiert. Die Ausrichter dieser närrischen Veranstaltungen waren in erster Linie die Wirte der Gasthäuser sowie die Turn- und Gesangvereine. Erste Nachweise finden sich im Langener Wochenblatt vom Februar 1889 unter dem Anzeigentitel „Carnevalverein Egelsbach“. Ab 1926 wurden im damals neu erbauten Eigenheim vom Gesangverein „Sängerlust“ regelmäßig Maskenbälle veranstaltet.
Aus Sängern werden Narren
1937 entschlossen sich fastnachtsbegeisterte Mitglieder aus den Reihen der Sängervereinigung 1861 Egelsbach, eine karnevalistische Abteilung ins Leben zu rufen. Am 21. Januar 1937 fand die erste Fremdensitzung der neu gegründeten Karneval-Gesellschaft im Saalbau-Eigenheim statt. Besonders zu erwähnen sind hierbei die Kappenbrüder Heinrich Lawin und Peter Noll, die als die eigentlichen Gründerväter der KGE anzusehen sind. Sie gestalteten bis 1939 die Elschbächer Fastnacht weitgehend nach dem damals bereits 100jährigen Vorbild des Mainzer Karnevals.

Nach dem Krieg geht das Feiern weiter

Während der Kriegsjahre fand keine organisierte Vereinsfastnacht statt.
Am 24. Februar 1948 wurde von Karl Gärtner, dem 1. Vorsitzenden der Sängervereinigung, eine Sitzung mit ehemaligen KGE-Mitgliedern einberufen. Die erste KGE-Saison nach dem 2. Weltkrieg wurde 1948/1949 durchgeführt. Am 26.07.1950 erfolgte die Eintragung in das Vereinsregister des Langener Amtsgerichts. Somit ist die Karneval-Gesellschaft 1937 e.V. ab diesem Zeitpunkt als eigenständiger Verein rechtsfähig.
Das Prinzenpaar

Im Mittelpunkt jeder Kampagne steht das Egelsbacher Prinzenpaar. Die jährlich wechselnden Protagonisten wurden in der Saison 1950/51 erstmals inthronisiert und führen seitdem die Narrenschar an. Bislang konnte die KGE jedes Jahr ein neues Prinzenpaar präsentieren, somit wird in der Kampagne 2025/26 das 74. Prinzenpaar die Regentschaft im Klammerndorf übernehmen.
Der Verein entwickelt sich

In den folgenden Jahrzehnten hat sich das karnevalistische Treiben immer stärker entwickelt. Unterstützt von zahlreichen Helfern gelang es den jeweiligen Vereinsvorsitzenden Philipp Knöß, Christian Benz, Walter Kühn, Reinhold Leonhardt, Hans-Joachim Jaxt, Gerold Wurm und Michael Lama die Elschbächer Fastnachtskultur zu erhalten und zeitgemäß anzupassen.
Leider wurde die langjährige Versammlungsstätte Eigenheim-Saalbau 2014 geschlossen und die Karnevalisten mussten sich um neue Veranstaltungsstätten bemühen. In den folgenden Jahren wurden die Sitzungen in der Dr.-Horst-Schmidt Halle und die Tanzveranstaltungen im Bürgerhaus durchgeführt. Zusätzlich stellte die Corona-Krise auch die KGE vor weitere Herausforderungen.

Die Saison 2024 markierte insofern einen Neubeginn, da erstmals seit 10 Jahren wieder Veranstaltungen im wiedereröffneten Eigenheim stattfinden konnten.Heute zählt der Verein mehrere tausend Besucher bei Fremdensitzungen, Weiberfastnacht, Zugparty, Kindermaskenball und Rosenmontagssitzung. Darüber hinaus sind unzählige Zuschauer auf den Beinen, wenn am Fastnacht-Samstag der närrische Umzug durch die Straßen von Egelsbach zieht.
Um die Veranstaltungen in dieser Form zu organisieren, engagieren sich eine Vielzahl von Aktiven. Angeführt von Ministerpräsident Michael Lama und Sitzungspräsident Alexander Höhme sind Vorstand, Elferrat, Kanoniere, Büttenredner, Gesangsgruppen und Männerballett fester Bestandteil der Egelsbacher Narrenschar.
Insbesondere die vielen Akteure hinter den Kulissen sind wichtige Voraussetzung, um die Saison durchführen zu können. Ohne Dekorateure, Techniker, Bühnenhelfer, Zugbegleiter, Kostümnäherinnen und, und, und... wäre keine professionelle Bühnendarbietung möglich.
Größte Gruppe des Vereins sind die KGE-Garden, die aus organisatorischen Gründen seit 2013 als eigenständiger Sportverein, dem TSV der KG Egelsbach 1937 e.V., fungieren. Die Vorsitzende Corinna Reitz koordiniert das Tanztraining von mehreren Gruppen und Solistinnen in den Stilrichtungen Marsch, Polka, Solo und Schautanz.
Herausforderungen und Ziele
Behördliche Vorschriften und organisatorische Vorgaben bei der Veranstaltungsdurchführung werden immer umfangreicher und sind in vielen Bereichen kaum noch umsetzbar.
Wie in fast allen Vereinen benötigen auch die Karnevalisten weiteren Narrennachwuchs um unsere liebgewonnene Tradition fortzuführen. Daher ist eine der wichtigsten Aufgaben, stetig neue Menschen für die KGE zu begeistern.
Der größte Fokus gilt unverändert unserem Publikum. Den Besuchern soll Spaß und kurzweilige Unterhaltung geboten werden, ganz im Sinne des Mottos der Vereinsgründer „Allen wohl und keinem weh“. Fastnachtsbrauchtum allen zugänglich zu machen, soll auch künftig Maßstab für die handelnden Personen des Vereins bleiben.
Der Karneval hat viele Facetten und ist immer auch ein Spiegelbild seiner Zeit. Von daher gilt es, neue Wege zu beschreiten und gleichzeitig Traditionen zu bewahren.
10/2025 - Hans-Joachim Jaxt